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Unternehmen und Nachwuchskräfte digital zusammenbringen: Xeem denkt Recruiting und Open Innovation neu

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Digitalisierung Showcase Recruiting Open Innovation

Mit einer multifunktionalen Online-Plattform bietet Xeem namhaften Firmen und kreativen Berufsanfängern eine innovative Möglichkeit des Austauschs. Ihren Erfolg nutzen die beiden Gründerinnen, um andere junge Menschen zu motivieren, den Traum vom eigenen Start-up zu leben.

„Man muss einfach anfangen und etwas wagen. Wenn man zu viel auf Sicherheit bedacht ist oder immer nur an sich zweifelt, macht man sich den eigenen Erfolg unmöglich“, sagt Géraldine Ulrichs. Die 24-Jährige weiß, wovon sie spricht: Zusammen mit ihrer zwei Jahre älteren Kommilitonin Janine Weirich gründet sie während ihres Studiums die Online-Plattform Xeem, auf der junge, kreative Menschen und Unternehmen auf innovative Art zueinander finden. Ob SAP, Merck oder Red Bull – viele zukunftsträchtige Arbeitgeber lassen inzwischen einen Teil ihres Recruitings über Xeem laufen. Für die beiden jungen Darmstädterinnen eine Bestätigung für ihre offene Einstellung zum Thema Gründen, die sie gerne an andere weitergeben möchten.

„Leider sind Frauen in der Start-up-Szene immer noch eine Seltenheit, insofern sehen wir uns da tatsächlich als Vorbild. Aber auch generell herrscht in Deutschland noch Luft nach oben, wenn es um das Gründen geht: In der Schule und selbst an der Uni kam das Thema aus unserer Sicht immer zu kurz. Das würden wir gerne ändern“, sagt Géraldine Ulrichs. Die beiden Studentinnen engagieren sich deshalb in der Non-Profit-Organisation STARTUP TEENS, die sich gezielt an Jugendliche richtet. Ihnen, aber auch allen anderen angehenden Unternehmern raten sie, sich von Anfang an gut zu vernetzen und ganz ohne Scheu Unterstützung zu suchen. „Die Start-up-Szene ist sehr offen, da muss niemand die Sorge haben, keinen Anschluss zu finden. Erfahrenere Gründer übernehmen oftmals gerne die Rolle als Mentor, das hilft ungemein“, macht Géraldine Ulrichs Mut. „Und wenn man sich dann noch ein oder zwei enge Partner sucht, um gemeinsam zu gründen, kann einen kaum noch etwas aufhalten.“

Géraldine Ulrichs und Janine Weirich haben sich während ihres Studiums an der University of Applied Sciences in Darmstadt kennengelernt. Gemeinsam haben sie bis heute mehr als zehn Projekte gestemmt und sind ein eingespieltes Team geworden. „Für uns ist es wichtig, breit aufgestellt zu sein und immer wieder Neues zu lernen. Deshalb haben wir viel Spaß an unseren Projekten, was einen auch mal über schwere Zeiten hinwegtragen kann. Und wir haben gleichzeitig gelernt, was junge Menschen heute an ihrem Job wichtig finden – und daraus unsere Geschäftsidee entwickelt“, erklärt Janine Weirich.

Unkompliziert mitmachen, kreativ gefordert werden, nebenbei seine Skills verbessern – und am Ende vielleicht die Traumstelle finden: Auf der Online-Plattform Xeem vereinen sich gleich mehrere Vorteile für Nachwuchskräfte. In interdisziplinären Teams bearbeiten die jungen Interessenten digitale Challenges, die von Unternehmen gestaltet werden. Innerhalb von maximal zwei Stunden werden dann erste Lösungsansätze, Impulse oder Ideen geboren, wobei die Teilnehmer ihre Soft Skills optimal ausbauen können. Gleichzeitig werden Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern hergestellt.

Xeem belegte den ersten Platz beim Startup-Award Frankfurt 2020.
Xeem belegte den ersten Platz beim Startup-Award Frankfurt 2020.

Diese profitieren ebenfalls auf mehreren Ebenen von Xeem: Die Online-Plattform ist nicht nur eine optimale Möglichkeit, das eigene Unternehmen im Umfeld begehrter Nachwuchskräfte umfassend zu präsentieren und Netzwerke mit jungen Talenten herzustellen. Dem Open-Innovation-Ansatz folgend gewinnen die Firmen auch direkt konkrete Impulse und neue Ideen. „Wir bieten eine klassische Win-Win-Situation – ganz so, wie wir das Thema in unserer Bachelor-Arbeit ausgeführt haben, die die Grundlage für Xeem war. Durch erste praxisorientierte Challenges konnten wir dies bestätigen“, sagt Janine Weirich.

Ihre Finanzierung ist in der nächsten Zeit über das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Europäischen Sozialfonds gesichert. Zuvor gab es Unterstützung durch das Hessen Ideen Stipendium. „Beide Förderungen helfen uns enorm, weil wir uns dadurch ganz auf unser Projekt konzentrieren können“, erklärt Géraldine Ulrichs. „Angehende Gründer sollten sich deshalb breit informieren, welche Fördermöglichkeiten existieren. So kann man die Anfangszeit, in der die Einnahmen logischerweise oft gering sind, gut überbrücken. Und die Frage, ob ein Investor eine sinnvolle Lösung für das eigene Start-up ist, kann man für sich mit mehr Ruhe beantworten. Wir selbst haben uns da bislang noch nicht entschieden, denn gerade bei Start-ups ohne physische Produkte ist durchaus auch eine Finanzierung mit Eigenkapital möglich. Dann bleibt man auch komplett sein eigener Chef.“

Diese Unabhängigkeit haben Géraldine Ulrichs und Janine Weirich bereits als Schülerinnen ausgelebt, als sie ihren ersten Gewerbeschein beantragten. Verschiedenste Projekte, von Design-Aufträgen bis zur Vermittlung von Messe-Personal, folgten. Auch als Angestellte sammelten die beiden Gründerinnen zwischenzeitlich Erfahrungen – doch am Ende blieb das Ziel der beruflichen Selbstständigkeit. „Das ist natürlich auch eine Herzensentscheidung, man muss der Typ dafür sein. Aber mit der richtigen Motivation und der Unterstützung durch andere kann der Traum zur Realität werden“, sagt Géraldine Ulrichs.

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