StartHub Hessen
05.10.2026

Deutscher Startup Monitor: Zuversicht bei Gründern wächst

Wie geht es Start-up-Gründerinnen und -Gründern und der Start-up-Branche insgesamt? Das hat der Startup-Verband im Deutschen Startup Monitor 2026 ermittelt. Die zentralen Erkenntnisse im Überblick.

Holzwürfel mit den Buchstaben S T A R T U P auf hellem Untergrund © Pexels/Ann H
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Start-up-Gründerinnen und -Gründer in Deutschland blicken wieder positiver auf ihre wirtschaftliche Lage – und optimistischer in die Zukunft. Das ist eine der Erkenntnisse des Deutschen Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups Ende September vorgestellt hat. Grundlage des Reports ist die jährliche DSM-Befragung des Startup Verbands aus dem Sommer, an dem 1.803 Personen, vornehmlich Start-up-Gründer, teilgenommen haben. 7,3 Prozent der Teilnehmenden kommen aus Hessen.

Das aktuelle Geschäftsklima der deutschen Start-up-Szene liegt laut DSM 2026 bei einem Wert von 33,2 Punkten und damit über dem Niveau des Vorjahres (31,7). Noch positiver blicken die Start-ups auf die zukünftigen Entwicklungen. So erwarten 58,5 Prozent der Gründerinnen und Gründer eine günstigere Entwicklung, nach 52,0 Prozent im Jahr 2025. Deutlich wird auch, dass die Stimmung im Start-up-Sektor deutlich positiver ausfällt als in der etablierten Wirtschaft – hier lag der Wert laut DSM und ifo-Institut zuletzt bei -10,7 Punkten. Ein Überblick über weitere zentrale Erkenntnisse des Deutschen Startup Monitors 2026:

Start-ups:

Die mit Abstand größte Start-up-Branche bleibt Informations- und Kommunikationstechnologie. 27,6 Prozent der deutschen Start-ups sind in diesem Sektor tätig, womit die Bedeutung der Branche im Vergleich zum Vorjahr (26,6 Prozent) sogar noch einmal zugenommen hat. Mit einigem Abstand folgen als zentrale Branchen für das Jahr 2026 Medizin und Gesundheitswesen (8,9 Prozent) sowie Chemie und Industrie (6,3 Prozent).

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl pro Start-up liegt 2026 bei 15,3 und ist damit etwas geringer als ein Jahr zuvor (15,8). Gleichzeitig planen laut DSM 83,3 Prozent der befragten Start-ups, in den kommenden zwölf Monaten Neueinstellungen vorzunehmen. Beim Kundenfokus gewinnt der Bereich B2B mit 76,5 Prozent weiter an Bedeutung (2025: 74,8), während auf den Endkunden ausgerichtete B2C-Geschäftsmodelle noch 16,7 Prozent entfallen (2025: 18,2). Auf den B2G-Sektor, der das Geschäft mit staatlichen Stellen als Kunden umfasst, umfallen nahezu unverändert 6,8 Prozent (2025: 7,0).

Gründerinnen und Gründer:

Der Anteil der Gründerinnen bleibt mit 19.6 Prozent (2025: 19,8) konstant und verharrt damit auf einem relativ niedrigen Niveau. Zugleich steigt der Anteil von Gründerinnen und Gründern mit Einwanderungsgeschichte auf 19,1 Prozent (2025: 16,9). Auch der Anteil der Solo-Gründungen steigt leicht auf 24,0 Prozent (2025: 20,7), wobei Team-Gründungen mit 76,0 Prozent weiterhin deutlich häufiger stattfinden.

Deutlich macht der Deutsche Startup Monitor auch, welche Faktoren Gründerinnen und Gründer dazu motivieren, sich mit dem eigenen Start-up selbstständig zu machen: Der Wunsch, der eigene Chef, respektive die eigene Chefin zu sein und die Motivation, ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem zu lösen, wurden hier am Häufigsten genannt.

Finanzierung:

In deutsche Start-ups wird insgesamt erneut mehr Kapital investiert. Mit einem Volumen von 8,0 Milliarden Euro lag die Investment-Summe bereits im September 2026 über dem Gesamtvolumen des Jahres 2025 (7,5 Milliarden Euro). Laut Startup Verband kann für das Gesamtjahr 2026 bei einer fortgesetzten Entwicklung mit einem Volumen von 12 Milliarden Euro gerechnet werden.

Starke Zuwächse verzeichnet unter anderem der Defense-Sektor: Hier wurden im laufenden Jahr bereits 3,0 Milliarden Euro in deutsche Start-ups investiert – im Vergleich zu 2025 nahezu eine Verdreifachung (1,1 Milliarden Euro). Auch auf den KI-Sektor entfällt mit 5,7 Milliarden Euro eine erhebliche Summe. Unter den zehn größten Finanzierungsrunden Deutschlands ist auch das Investment in das Darmstädter Laserfusion-Start-up Focused Energy zu finden, das im Mai 2026 eine Finanzierungsrunde über 213 Millionen Euro abgeschlossen hat.

Wichtig bleibt für Start-ups in Deutschland auch staatliche Förderung als Teil ihrer Finanzierung. 65,9 Prozent aller befragten Start-ups haben bereits staatliche Förderungen erhalten, wie sie das Land Hessen beispielsweise mit dem Start-up-Stipendium push! bietet. Mit den staatlichen Förderprogrammen zeigen sich Gründerinnen und Gründer im Wesentlichen zufrieden: 49,2 Prozent bewerteten sie als gut oder sehr gut, weitere 28,4 Prozent zogen ein neutrales Fazit.

Start-up-Ökosystem:

Laut DSM 2026 bewerten mehr Gründerinnen und Gründer ihren aktuellen Standort in Deutschland positiv als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt äußerten sich in diesem Jahr 59,5 Prozent positiv (2025: 57,0). Besonders positiv schätzen Start-ups in ihren regionalen oder lokalen Ökosystemen den Zugang zu Hochschulen und Universitäten, Netzwerke zu anderen Start-up-Gründerinnen und -Gründern sowie die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal vor Ort ein. Zugleich wünschen sich Start-ups eine noch stärkere Verbindung zur etablierten Wirtschaft sowie zu Investoren.

Der gesamte Startup Monitor 2026 kann hier abgerufen werden. Einen Überblick zu den zentralen Erkenntnissen des DSM aus dem Vorjahr gibt es in unserem Beitrag zum Thema, den wir hier noch einmal verlinken.

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