GEM-Report: Gründungsquote in Deutschland erreicht Allzeithoch
9,8 Prozent der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland haben in den vergangenen 3,5 Jahren ein Unternehmen gegründet oder gründen derzeit. Das hat der neue neuen Global Entrepreneurship Monitor ermittelt.
Die Menschen in Deutschland haben Lust auf Gründen: Das lässt sich an Zahlen ablesen - genauer gesagt, an der sogenannten Gründungsquote. Diese ist im Jahr 2024 mit 9,8 Prozent so hoch wie nie zuvor. Konkret besagt der Wert, dass knapp jeder und jede Zehnte in Deutschland in den vergangenen 3,5 Jahren ein Unternehmen gegründet hat, oder gerade dabei ist, ein Unternehmen zu gründen - wobei es hierbei nicht nur um Start-ups, sondern auch um "klassische" Existenzgründungen geht. Die rekordverdächtige Gründungsquote ist eines der zentralen Ergebnisse des neuen Global Entrepreneurship Monitors (GEM). Der GEM-Länderbericht für Deutschland, der die Jahre 2024 und 2025 betrachtet, wurde Anfang Juli veröffentlicht.
Vergleichsstudie untersucht Gründungsgeschehen in 51 Ländern
Der GEM-Report ist eine große internationale Vergleichsstudie, die seit 1999 einmal jährlich erscheint und das Gründungsgeschehen in 51 Ländern gegenüberstellt. Der GEM-Länderbericht für Deutschland wurde vom RKW-Kompetenzzentrum im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt.
Beim Gründen wird die Lücke zwischen den Geschlechtern kleiner
Neben der allgemeinen Gründungsquote vermeldet der aktuelle GEM-Länderbericht eine weitere erfreuliche Entwicklung: Auch die Gründungsquote bei Frauen liegt 2024 mit 8,5 Prozent auf einem Allzeithoch und legte um Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozentpunkte zu. Damit hat sich auch die Lücke zwischen den Geschlechtern verkleinert - bei Männern liegt die Gründerquote bei 11 Prozent.
Menschen mit Einwanderungsgeschichte gründen häufiger
Eine weitere Erkenntnis des GEM-Reports für Deutschland: Menschen mit Einwanderungsgeschichte gründen häufiger. Unter Personen, die nicht in Deutschland geboren sind oder deren Eltern beide nach Deutschland eingewandert sind, liegt die Gründungsquote nach GEM-Angaben bei 12,5 Prozent - im Vergleich zu 9,5 Prozent bei der Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte.
Bei den Rahmenbedingungen für Gründer liegt Deutschland im Mittelfeld
Insgesamt gehört Deutschland mit Blick auf seine Gründungsquote zu den vier am stärksten wachsenden Ländern, die im GEM-Report untersucht wurden. Damit belegt die Bundesrepublik im Ländervergleich nun insgesamt einen Platz im Mittelfeld. Das gilt auch für die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen. Hier liegt Deutschland mit einem Wert von 4,7 von 10 möglichen Punkten im Vergleich mit 23 Ländern mit hohem Einkommen auf Platz 9. Die besten Rahmenbedingungen finden Gründer im internationalen Vergleich in Litauen (6,4 von 10 möglichen Punkten), Südkorea (6,0) und Estland (5,9) vor. Am Ende der Skala stehen die Slowakei (3,7), Kroatien (3,9) und Polen (4,0).
Im GEM-Report wurden noch viele weitere Faktoren rund um das Thema Gründen untersucht. Der ausführliche Länderbericht für Deutschland ist hier zu finden. Der globale GEM-Report ist an dieser Stelle hinterlegt.
Auch interessant für dich
Frankfurter Start-up Kompreno baut sein Angebot aus
Das Medien-Start-up Kompreno stellt journalistische Beiträge aus internationalen Publikationen zusammen - und übersetzt diese in mehreren Sprachen. Nun kommt mit "The Atlantic" ein renommiertes US-Magazin hinzu.
StartHub-Lunchbreak liefert hilfreiche PR-Tipps für Start-ups
Wie schaffen es Start-ups, dass ihre Themen und Geschichten medial aufgegriffen werden? Ein Journalist und eine PR-Expertin hatten im digitalen Info-Event des StartHub Hessen Hinweise und Best Practices dabei.
Hochschule Rhein-Main startet neuen Transfer Hub
Mit einem neuen Transfer Hub will die Hochschule Rhein-Main den Wissens- und Technologietransfer fördern und Start-up-Gründungen unterstützen. Was das im Detail bedeutet.